Huber und Co. im Kellertheater: Ein sehr charmanter Abend...
Der Konzertabend mit den Herren Huber,
Locasciulli und Cohen wurde im Vorfeld als Charmeoffensive angekündigt. Dieses
Prädikat war aber untertrieben: Der Abend geht wohl als einer der besten in die
Geschichte des Kellertheaters ein..
(Quelle: wz/rro)
Das Publikum im ausverkauften Kellertheater wartete gespannt auf die Rückkehr
von Büne Huber in diesen einmaligen Konzertsaal. Der Berner ist ein bekennender
Kellertheater-Fan und brachte für diesen Abend seine Freunde Locasciulli und
Cohen gleich mit. Huber wollte seinen Kollegen die Einmaligkeit des Ortes und
den Kanton Wallis im Allgemeinen vorstellen, bemerkte der Patent Ochsner
Frontmann zum Auftakt.
Was die begeisterten Zuhörer vorgesetzt bekamen, war denn auch sehr charmant
und musikalisch einmalig. Am Piano das südländische Temperament eines Mimmo
Locasciulli, am Bass die Nüchternheit und Eleganz von Greg Cohen und an der
Gitarre und als Sänger einer der besten Wortakrobaten der Schweiz. Das Trio
überzeugte durch viel Gefühl und Spielfreude und sorgte für sehr intime Momente
im ehrwürdigen Kellertheater. Zu Hören gab es Patent Ochsner Songs im
akustischen Gewand, daneben einzelne Meisterwerke des italienischen
Liedermachers Locasciulli. Während sich Bassist Greg Cohen bewusst im
Hintergrund hielt, flirteten Huber und Locasciulli mit dem Publikum und gaben
viele Geschichten aus ihrem Leben zum Bestem. Man sah der Band an, dass sie
sich sichtlich wohlfühlte und sie schon seit vielen Jahren die Freundschaft und
Begeisterung an der Musik verbinden. Als Höhepunkte des Abends galten die alten
Ochsner Songs wie „Vater“ oder „Seemans Schwärmuet“. Diese Songs entwickeln im
akustischen Gewand und in der einmaligen Atmosphäre des Kellertheaters eine
selten zuvor gehörte Magie und eine Prise Lebensweisheit.
Aber auch die italienischen Songs an diesem Abend hatten es in sich. Die Stimme
und das Wesen von Locasciulli gaben dem Zuhörer das Gefühl, sich in einer
kleinen Bar irgendwo in Italien zu befinden. Die Sprachbarriere überwanden
Huber und Locasciulli mit einem Augenzwinkern und jeder Zuhörer fühlte sich
bald einmal als stolzer Italiener. Klingt sogenannte World Music manchmal künstlich
und aufgesetzt, bewies der Abend im Kellertheater das Gegenteil: Musik
überschreitet Grenzen und bringt sehr unterschiedliche Menschen zusammen. In
den Zeiten von Retortenbands und Massen-Castings sind Abende im Kellertheater
immer wieder wie kleine Refugien gefüllt mit grossartiger Musik. Büne Huber
zeigte zudem eindrücklich, dass er mehr als nur Frontmann einer erfolgreichen
Mundartband ist. Zusammen mit seinen internationalen Gästen bescherte er dem
Kellertheater einen grandiosen Auftakt ins neue Jahr. Wie der
Kellertheater-Maestro Jean-Pierre D’Alpaos mitteilte sind bereits nächste
Konzerte in Planung, welche die Menschen wiederum begeistern werden. Wir warten
gespannt auf die nächsten Highlights. Thank you Greg, grazie mille Mimmo und
Merci viumau Büne!
RRO Music Box : 20.01.2007